Sensitive Data

Ob in der Tasche, am Handgelenk, oder im Schlafzimmer – „smarte“ Technologien erleben aktuell den Einzug in unseren Alltag und sind dabei für viele Menschen zu einem ständigen Wegbegleiter geworden. Schon heute helfen uns Technologien der wie Amazon‘s Echo dabei, den Energieverbrauch von Wohnungen zu senken, die Haushaltsführung zu optimieren, und sogar wichtige Telefonate zu führen. Andere Technologien wie Smart-Watches erlauben den Nutzern z.B. neue Laufstrecken zu entdecken, sportliche Aktivitäten zu dokumentieren, oder mehr über die eigene Gesundheit zu erfahren. Doch während die meisten der Anwender einen hohen Nutzen in den neuen Technologien sehen, beschreiben manche Datenschützer die neuen Technologien als Vorreiter einer orwellschen Dystopie.

Im Zusammenhang mit smarten Geräten ist das Thema Datenschutz und Privatsphäre daher zu einem Dauerbrenner geworden, dass Politik, Gesellschaft und Unternehmen gleichermaßen beschäftigt. Auch in der Forschung befassen wir uns mit dem Thema Umgang und dem Schutz sensibler Daten und den Einfluss von (wahrgenommener) Privatsphäre auf die Adaption dieser neuen Technologien. Sensible Daten umfassen dabei persönliche Daten, die u.a. Informationen über Ethnie, politische Einstellungen, religiösen oder philosophischen Glauben oder sexuelle Orientierung beinhalten [1]. Auch zählen genetische und biometrische Daten dazu, genauso wie jegliche anderen Daten im Zusammenhang mit der Gesundheit.

Ein spezieller Fokus liegt dabei auf dem Umgang von Unternehmen und Privatpersonen mit diesen Daten. Aus Sicht der Unternehmen existieren zunächst klare Regelungen [2] dazu, unter welchen Bedingungen ein Unternehmen/eine Organisation sensible Daten verarbeiten darf.  Nicht zuletzt durch die Einführung der neuen EU Datenschutz Grundverordnung gerieten Unternehmen zuletzt in Zugzwang, da die neuen Datenschutz Regelungen mit hohen Anforderungen auf Seiten der Unternehmen einhergehen. Hier stellen sich nicht nur Forschungsfragen nach der Anwendbarkeit der Richtlinien, sondern auch welchen Einfluss die neue DSGVO auf das Verhalten der Unternehmen hat und wie sich die Arbeitsprozesse in Zukunft ändern.

Aus Sicht der Verbraucher stellen sich Forschungsfragen, inwieweit Menschen bereit sind, ihre Daten zu teilen oder nicht zu teilen. Sprachassistenten zeichnen zwar nur ab einem bestimmten Stichwort auf, jedoch speichern sie dann die Sprachausgabe der Stimme, die als biometrische Daten unter den Schirm der „Sensible Data“ fällt. Und nicht nur die Nutzung und Speicherung der sensiblen Daten stellt Nutzer vor die Entscheidung, welche Daten sie zur Verfügung stellen. Die sensiblen Daten können zudem mit Daten aus anderen Diensten zu Nutzerprofilen für Marketingzwecke kombiniert werden, die die Inhalte und somit das Verhalten im Internet beeinflussen können. Die Nutzer stehen also vor der Herausforderung, sich genau zu überlegen, bei welchem Dienst sie praktisch mit ihren Daten „bezahlen“.

Eine weitere Herausforderung ist das Vertrauen in die Hersteller, dass sie ihre Produkte gegen Zugriffe von außen absichern. Es muss zur Sicherheit der Nutzer stets vermieden werden, dass die Geräte zur Abhörung genutzt werden. Welche Maßnahmen müssen die Hersteller also treffen, um solche Fälle zu vermeiden, und wie können sie das Vertrauen der Nutzer gewinnen? Welche Hürden bestehen hier in der Adaption der Dienste durch die Nutzer? Welchen Ängsten muss begegnet werden?

[1] https://ec.europa.eu/info/law/law-topic/data-protection/reform/rules-business-and-organisations/legal-grounds-processing-data/sensitive-data/what-personal-data-considered-sensitive_en, letzter Zugriff am 06.06.2018

[2] https://ec.europa.eu/info/law/law-topic/data-protection/reform/rules-business-and-organisations/legal-grounds-processing-data/sensitive-data/under-what-conditions-can-my-company-organisation-process-sensitive-data_en, letzter Zugriff am 06.06.2018

Milad Mirbabaie
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