Der Einfluss von Persönlichkeitstypen und Kultur auf Gamification

Leider ist es auch im Jahre 2018 immer noch so, dass interne Gamification (sprich: Die Anwendung von Spielmechaniken in der Arbeitswelt – z.B. zur besseren Motivation von Mitarbeitern) sich nicht wirklich durchsetzt. Über die Hintergründe wird viel geforscht und diskutiert. Kurz zusammengefasst: Ein ausgeklügeltes Gamification-System, welches nicht nur auf ein paar Punkte und Abzeichen abzielt, sondern individuell und nachhaltig motiviert, ist alles andere als trivial. Das kostet Arbeit, Zeit und Geld. Auch ein Umdenken in der Mitarbeiterführung ist notwendig: Vielen Vorgesetzten graut es ja bereits jetzt jedes Jahr aufs Neue, wenn die Jahres-Mitarbeiter-Gespräche anstehen. Da muss individuell vorbreitet, gesprochen und analysiert werden – und natürlich fehlt dafür manchen die Zeit (oder die notwendige Priorisierung). Gamification hingegen beschwört Maxime wie „Instant Feedback“ – sicherlich eine mächtige Mechanik – aber eben nicht, wenn als Feedback nur ein paar nichtssagende Punkte auf mein nichtssagendes virtuelles Konto eingezahlt werden. Feedback sollte zeitnah und individuell (sprich an die Bedürfnisse des Empfängers) angepasst sein. Und eben diesen Ansatz der Individualisierung von Gamification-Mechaniken haben wir genauer betrachtet.

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Wir haben untersucht, wie sich unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale und der kulturelle Hintergrund auf die Präferenz von unterschiedlichen Gamification-Mechaniken (z.B. Wettbewerb oder Feedback) auswirkt. Und auch wenn sowohl die Konstrukte zu Persönlichkeitsmerkmalen und Kultur per Definition nicht trennscharf und eindeutig sind, so lassen sich doch statistisch signifikante Unterschiede in vielen Kombinationen ausmachen. Ohne der Veröffentlichung zu viel vorwegnehmen zu wollen: Manche dieser Ergebnisse stehen im Widerspruch zu lange akzeptieren Kulturforschungsmodellen. Es scheint also so, dass „one-size-fits-all“ gerade auf Gamification-Systeme nicht passt. Wir Menschen sind unterschiedlich und so auch unsere Bedürfnisse und Vorlieben. Wenn wir wirklich nachhaltig Motivation adressieren wollen, dann führt aus unserer Sicht kein Weg an solchen individuellen Gestaltungsmerkmalen vorbei. Mehr Details gibt es demnächst auf diesem Kanal!

Thomas Wiegand

Thomas Wiegand

Externer Doktorand / Unternehmensgründer bei Universität Duisburg-Essen & i2solutions GmbH
Thomas forscht im Bereich Gamification und verbindet dabei seine Erfahrung aus der Gründung und Führung eines Unternehmens mit der theoretischen bzw. wissenschaftlichen Betrachtung des innovativen Ansatzes.
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